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Entstehungsgeschichte der Feuerwache Füssen

Seit 1910 dienten die ebenerdigen Hallen des ehemaligen Kornhauses am Schrannenplatz der Freiwilligen Feuerwehr Füssen-Stadt als Feuerwehrgerätehaus.

Erst 1951 wurde mit der Drehleiter DL 22 das erste größere motorisierte Einsatzgerät angeschafft. Schon mit diesem Fahrzeug war es problematisch, in den Kornhaushallen aus- und einzufahren.

1956 kam das erste Tanklöschfahrzeug TLF 16 dazu und wieder wurde der Raum enger.

Die technische Entwicklung schritt dann in folgenden Jahren rasant fort. Die Fahrzeuge und Geräte wurden technisch ausgereifter und immer größer. Letztlich war es so, daß die Seitenspiegel der Fahrzeuge beim Ein- und Ausfahren eingeklappt werden mußten und vor allem die Abgase der Fahrzeuge einen Aufenthalt in der Halle bei Einsätzen und Übungen fast unmöglich machten und sogar gesundheitliche Schäden der Feuerwehrmänner befürchten ließen.

Bereits im Jahr 1970 hat der technische Prüfdienst des Bayerischen Landesamtes für Brand- und Katastrophenschutz die Feuerwehr-Unterkunft als völlig unzureichend beanstandet.

Am 18.12.1980 beschloß der Stadtrat Füssen die Aufstellung des Bebauungsplanes W 27 für das Gebiet östlich des Sportzentrums an der Kemptener Straße mit der Absicht, dort ein Sondergebiet für das neue Feuerwehrgerätehaus bzw. die neue Feuerwache auszuweisen. Bis zur Rechtskraft des Bebauungsplanes im Jahr 1991 vergingen fast 11 Jahre.

Am 26.11.1985 fand das erste Gespräch zwischen der Stadt Füssen, der Freiwilligen Feuerwehr Füssen-Stadt, der Regierung von Schwaben und dem Landratsamt Ostallgäu statt, um die ersten Schritte zur Realisierung der neuen Feuerwache einzuleiten.

Am 08.12.1986 beschloß der Stadtrat Füssen im Zuge der Beschaffung eines Rüstwagens RW 2 die Errichtung eines neuen Feuerwehrgerätehauses an der Florianstraße, wobei zum Ausdruck kam, daß mit der Fertigstellung bis Ende 1990 zu rechnen ist.

Mit Beschluß vom 07.04.1988 stimmte der zuständige Ausschuß des Stadtrates zu, der Firma kplan den Auftrag für die Erstellung des Raumprogramms für das neue Feuerwehrgerätehaus zu erteilen.

Laut Beschluß desselben Ausschusses vom 16.05.1989 sollte zunächst noch ein öffentlicher Schutzraum im Untergeschoß entstehen.

Bei einer weiteren Besprechung am 16.11.1990 mit dem Vertreter der Regierung von Schwaben, Herrn Zeller, und dem neuen Bürgermeister der Stadt Füssen, Herrn Dr. Wengert, wurde die Absicht bestätigt, die Feuerwehr so schnell wie möglich aus der Altstadt zu verlegen, weil die Behinderungen und Gefährdungen der Passanten, besonders in der Hauptsaison, nicht mehr hingenommen und vertreten werden können.

Mit Kaufvertrag vom 12.09.1991 konnte die Stadt Füssen die noch fehlende Restfläche des geplanten Baugrundstücks nach langwierigen und zähen Verhandlungen erwerben, nachdem der übrige Grundstücksteil bereits viele Jahre vorher in den Besitz der Stadt übergegangen war.

Das Landratsamt Ostallgäu erteilte die Baugenehmigung mit Bescheid vom 26.02.1992.

Mit Schreiben vom 05.03.1992 stimmte die Regierung von Schwaben dem vorzeitigen, zuschußunschädlichen Baubeginn zu.

Anläßlich der Haushaltsberatungen 1992 wurde Tatsache, daß der Bau der Feuerwache aus finanziellen Gründen vorläufig um zwei Jahre verschoben werden mußte.

Bei einem Gespräch am 07.10.1992 bestätigte die Regierung von Schwaben erneut die Dringlichkeit der Maßnahme in Füssen und gab weitere Planungsempfehlungen.

Am 04.12.1992 fand ein Gespräch mit allen Beteiligten beim damaligen Bayerischen Landesamt für Brand- und Katastrophenschutz statt, bei dem ein endgültiges Raumprogramm vereinbart und der zeitliche Ablauf besprochen wurde.

Obwohl in diesem Gespräch von allerhöchster Stelle das Raumprogramm genehmigt worden war, erstellte die Regierung von Schwaben mit Bescheid vom 04.05.1994 ein reduziertes Raumprogramm, wodurch weitere intensive Verhandlungen notwendig wurden, die letztlich im Dezember 1995 dazu führten, das zuschußfähige Raumprogramm endlich so festzulegen, wie es immer beabsichtigt war.

In großer Sorge richtete die Freiwillige Feuerwehr Füssen-Stadt e.V. unter dem 01.03.1993 einen Appell an alle Stadträte, die neue Feuerwache umgehend zu realisieren, weil der Zustand in der Altstadt nicht mehr länger hingenommen werden konnte.

Mit Datum vom 28.02.1994 hat die Stadt Füssen der neuen Feuerwache die Hausnummer „Florianstraße 4“zugeteilt.

Der Stadtrat gab mit Beschluß vom 12.04.1994 grünes Licht für den Baubeginn.

Am 11.07.1994 konnte endlich der erste Spatenstich an der Baustelle Florianstraße stattfinden. Er wurde mit einem kleinen Umtrunk und einer Brotzeit gefeiert.

Am 09.09.1994 entschied die 1. Kammer für Baulandsachen des Landgerichts Augsburg über die Höhe des Grundstückspreises. Darüber konnten sich die Beteiligten nämlich trotz des notariellen Kaufvertrages aus dem Jahr 1991 nicht einigen.

Für die Funkanlage mußte das Vermessungsamt Marktoberdorf die genaue geographische Lage feststellen: Nördliche Breite 47 Grad, 34 Knoten, 0,5 Sekunden Nord. Östliche Länge 10 Grad, 41 Knoten, 31 Sekunden Ost. Höhe über NN 795 m. Ebenfalls vom Vermessungsamt Marktoberdorf: Vermessung des Grundstückes in Fl.Nr. 751 mit 6426 qm.

Die Arbeiten gingen zügig voran. Die Grundsteinlegung erfolgte bereits am 09.11.1994. Wie es sich gehört, wurde auch hier gebührend gefeiert.

Am 11.04.1995 konnte Richtfest gefeiert werden. Leider hat damals das Wetter nicht mitgespielt, so daß es davon keine druckfähigen Fotografien gibt.

Während der gesamten Bauphase wurden in zahlreichen Baubesprechungen, die in der Regel mindestens einmal monatlich in größerem Rahmen stattfanden, Einzelheiten besprochen und die weiteren Schritte festgelegt. Dadurch konnte erreicht werden, daß die Bauar-beiten zügig vorangingen. Ein besonderes Verdienst liegt hierbei auch bei der Bauleitung der Fa. kplan.

Nachdem Erster Bürgermeister Dr. Wengert bereits im Frühjahr 1995 das alte Feuerwehrgerätehaus an der Schrannengasse für den Weihnachtsmarkt 1995 zur Verfügung gestellt hatte, mußte der Umzug in die neue Feuerwache Anfang Dezember 1995 unbedingt erfolgen.

Wir haben es auch geschafft. Am 06.12.1995 wurde der feuerwehrtechnische Betrieb in die neue Feuerwache verlegt. Hauptamtlicher Gerätewart Alfons Stein mußte mitten in den Weihnachtsfrieden seinen Umzug legen.

Nun steht am 03.05.1996 die Einweihung der Feuerwache an. Zu dem Zeitpunkt, als diese Zeilen geschrieben werden, herrscht noch tiefer Winter in Füssen und es kann deshalb durchaus möglich sein, daß am 3. Mai noch nicht alle Anlagen, vor allem im Außenbereich, fertig sind. Wir bitten hierfür um Verständnis.

Die Freiwillige Feuerwehr Füssen-Stadt hat im Zuge des Neubaues der Feuerwache insgesamt ca. 2300 Stunden an Eigenleistungen erbracht, hauptsächlich Malerarbeiten.

Hans Dieter Settele