Katastrophentourismus

Neugierde an sich ist gewiss nichts Verwerfliches, im Gegenteil: Jeder sollte sich wachen Auges für das interessieren, was um ihn herum tagtäglich passiert. Wer läuft schon schließlich gern mit „Scheuklappen“ durch die Gegend.

Bei Bränden und Unglücksfällen ist die Neugierde naturgemäß besonders ausgeprägt; man will schließlich „sehen, was los ist“.
Nur: Probleme gibt es immer dann, wenn dabei die plötzlich massenweise Neugier zum Chaos wird, wenn Zu- und Abfahrten zu Unglücksstellen hoffnungslos verstopft werden, wenn unversehens jeder jedem im Wege steht und die Rettungsmannschaften bedrohlich in ihrer Arbeit behindert werden.
Die tägliche Einsatzpraxis der Feuerwehren zeigt, dass solche Situationen beinahe schon zur Regelmäßigkeit gehören – Psychologen sprechen dann vom so genannten „Katastrophen-Tourismus“ der lieben Mitbürger, die in solchen Fällen nicht selten eine erschreckende Gedankenlosigkeit und wohl auch Verantwortungslosigkeit an den Tag legen.

Die Feuerwehr bittet deshalb darum:

  • Lösch- und Rettungsmannschaften durch Einhaltung eines ausreichenden Sicherheitsabstandes nicht zu behindern.
  • Bei Staus auf Autobahnen und Schnellstraßen „Fahrgassen“ für Rettungsfahrzeuge freizuhalten.
  • Durch genügenden Sicherheitsabstand bei Bränden und Unglücksfällen zu vermeiden, sich und andere noch zusätzlich in Gefahr zu bringen.
  • An Einsatzstellen den Anweisungen von Feuerwehr und Polizei sofort nachzukommen, denn oft gibt es gerade bei Großbränden auch unsichtbare Gefahren durch Brandrauch und Dämpfe.